In Folge eines schweren Verkehrsunfalls in China, der mit einem Fahrzeug des Herstellers Xiaomi zusammenhängt, stürzten die Aktien des Unternehmens um 5,5 Prozent. Der Unfall ereignete sich auf einer Schnellstraße im Osten Chinas und forderte laut Berichten drei Todesopfer. Xiaomi arbeitet eng mit den örtlichen Behörden zusammen, um Klarheit über die genauen Umstände des Unglücks zu erlangen. Während das Unternehmen weiterhin erfolgreich ist, könnte dieser Vorfall die Zukunft seiner Elektroautolinie beeinflussen.
In der Abenddämmerung des letzten Samstag traf ein Xiaomi SU7 auf einer stark befahrenen Autobahn in Ostchina eine tragische Wendung. Die Deshang-Schnellstraße wurde durch laufende Bauarbeiten komplizierter, was zur Umleitung von Fahrzeugen auf die Gegenfahrbahn führte. Das betroffene Auto befand sich im autonomen Fahrmodus „Navigate on Autopilot“ (NOA) und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 116 km/h. Als das System eine Hinderniswarnung auslöste, nahm der Fahrer nach Angaben von Xiaomi die Kontrolle über das Lenkrad. Trotz intensiven Bremsens und lenkender Anpassungen kam es schließlich zur Kollision mit einer Betonbarriere des Mittelstreifens.
Dieses Ereignis hat nicht nur tragische Menschenopfer gefordert, sondern auch die Marktwerte von Xiaomi beeinträchtigt. Die Aktien des Unternehmens fielen am Dienstag auf ein sechs-wöchiges Tief. Obwohl das Unternehmen in diesem Jahr noch einen ansehnlichen Kursanstieg von 35 Prozent verzeichnen konnte, wirft dieser Vorfall wichtige Fragen nach der Sicherheit autonomer Fahrzeuge auf.
Vom technischen Standpunkt aus arbeitet Xiaomi mit dem deutschen Lieferanten Bosch zusammen, der für verschiedene Systeme wie Bremse und Batteriemanagement zuständig ist. Ein Sprecher von Bosch wollte jedoch keine Stellungnahme abgeben und verwies stattdessen auf den Automobilhersteller.
Der Unfall stellt für Xiaomi eine Herausforderung dar, insbesondere da das Unternehmen große Ziele im Bereich der Elektroautos gesetzt hat. Mit einem geplanten Jahresziel von 350.000 verkauften Fahrzeugen bis 2025 will das Unternehmen weiter wachsen.
Xiaomi selbst hat in seinen offiziellen Äußerungen keine Details zu möglichen Verletzungen oder Todesopfern preisgegeben und betont stattdessen die enge Zusammenarbeit mit der Polizei bei den Ermittlungen.
Mit dem Ziel, bis zum Jahresende 100.000 SU7-Fahrzeuge zu verkaufen, hatte Xiaomi bereits im November dieses Ziel übertroffen. Internationale Anerkennung erhielt das Modell sogar vom Ford-CEO Jim Farley, der das Auto als „fantastisch“ bezeichnete.
Die Situation unterstreicht somit die Bedeutung von Sicherheitsstandards in der Entwicklung autonomer Fahrzeuge.
Der tragische Unfall zeigt eindrucksvoll, wie wichtig Sicherheit und Transparenz in der Entwicklung moderner Technologien sind. Für Unternehmen wie Xiaomi bedeutet dies, dass der Ruf eines Unternehmens schnell durch solche Ereignisse beeinträchtigt werden kann. Es bleibt abzuwarten, ob die Untersuchungen klären können, warum das Fahrzeug trotz der Warnsysteme nicht rechtzeitig reagieren konnte. Dies könnte entscheidend sein für den weiteren Erfolg von Xiaomis Elektroautolinie und für das Vertrauen der Kunden in autonome Fahrzeuge im Allgemeinen.